Gesundheitsgefährdung! Giftige Schädlinge: Eichenprozessionsspinner erobern Niedersachsen und Bremen.

Mit der biologischen Keule gegen den Eichenprozessionsspinner

Video starten | 2:57Bild: Radio Bremen

Informationen zum Video

EPS-Nester 2021 Niedersachsen:
Bremen (1 Nest),
Wardenburg (5 Nester)
Bookholzberg (2 Nester)
Adelheide (3 Nester)
Wildeshausen (Bauernschaft Düngsterup) (3 Nester)
Harpstedt ( 2 Nester)
Celle (nicht bezifferbar, Komplettbefall 50% aller Eichen!)

Eichenprozessionsspinner kennt in NRW und Mecklenburg-Vorpommern jedes Kind. Doch auch hier fallen sie langsam ein. Eine Bremer Firma sagt ihnen den Kampf an.

Eichenprozessionsspinner und ihre mit Gifthaaren besetzten Raupen fühlen sich jetzt offenbar auch in Bremen und Niedersachsen wohl. Das sollte man über die Schädlinge wissen.

Ein erstes Nest entdeckten die Behörden auf dem Gelände der Huchtinger “Oberschule zu Bremen” Mitte Juni. Wenig später fanden sie dort weitere Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS). Zuletzt beseitigten Schädlingsbekämpfer den EPS auch auf dem Grundstück eines Arster Autohauses.

Zwar handele es sich bei diesen ersten Funden des EPS auf Bremer Gebiet noch um Einzelfälle, sagt Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts. Von einer Häufung der Bestände könne nicht die Rede sein. Dennoch ist offensichtlich: Die gefährliche Raupe, die ursprünglich aus Südeuropa stammt, ist inzwischen auch in Bremen sowie im Bremer Umland angekommen – und wird wohl auch bleiben.Warum ist der Eichenprozessionsspinner ein Problem für uns? Es handelt sich beim EPS nicht um einen gewöhnlichen Pflanzenschädling. Die Gifthaare der EPS-Raupe können bei uns starke Hautausschläge, Reizungen der Augen und der Atemwege verursachen, teilen der Pflanzenschutzdienst Bremen und das niedersächssische Gesundheitsministerium mit. Ein Windstoß reiche manchmal, um Härchen der Raupe aus dem Baum zu pusten.

Auf unbedeckten Körperregionen können sich die Härchen mit Widerhaken festhalten. Am Auge löst ihr Gift schmerzhafte Bindehautentzündungen aus. Werden die Härchen eingeatmet, reizen sie Rachen und Atemwege und können sogar zu Luftnot führen.

Auch Wild- und Haustiere reagieren empfindlich auf die Gifthaare. Die Haare können auf ihrem Fell haften bleiben und so an den Menschen weitergegeben werden.

Eichenprozessionspinner melden App kostenlos
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Der Wind kann die giftigen Haare der Eichenprozessionsspinner in einem Umkreis von bis zu 100 Metern verbreiten. Bild: DPA | Blickwinkel/AGAMI/H. Bouwmeester

Wo kommt der Eichenprozessionsspinner her, und wo kann er in Bremen vorkommen? Der EPS stammt aus Südeuropa. Die Klimaerwärmung begünstige die Vermehrung der wärmeliebenden Insekten, teilt das niedersächsische Gesundheitsministerium mit. Daher könne man die Tiere inzwischen auch in Norddeutschland antreffen, wenn auch noch nicht so häufig wie in südlicheren Regionen.

ESP leben ausschließlich in Eichen, vorzugsweise in freistehenden Bäumen, die viel Sonne abbekommen. Die Raupen schlüpfen im Mai und verstecken sich tagsüber in Nestern. Abends wandern sie als Prozession vom Nest in die Baumkrone und fressen die Blätter. Kommen sie in Massen vor, können sie die ganze Krone kahlfressen.

Die Verpuppung der Raupen zu Faltern findet ebenfalls in den Nestern statt. Im Spätsommer schlüpfen die fertigen Falter aus den Puppen. Sie legen im Umkreis von zwei Kilometern erneut Eier an Eichenzweigen ab.

Tagsüber und zur Verpuppung verstecken sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners oft in ihren Nestern. Bild: DPA | Bildagentur-online/Ohde

Wie verhalte ich mich, wenn ich glaube, dass ich die Raupen von EPS in einem Baum entdeckt habe? Dann sollte ich meine Entdeckung melden, am besten direkt bei JamiroTec Video starten | 1:30Video vom 17. Juni 2021

Bild: Radio Bremen